Rakete der Verbindung

 

Höchstwahrscheinlich kennen Sie alle die Comic-Alben von Tim und Struppi. Eines dieser Alben trug den Titel: ”Reiseziel Mond” und ist in erster Auflage im Jahre 1953 erschienen.

 

Entsprang es reinster Phantasie, entstanden im Kopf des Comic-Zeichners/-Autors? War es das Produkt seines vorausschauenden Blicks oder war es der kreative Geist, der ihn diese Geschichte zu Papier bringen ließ? Tatsache ist, dass 16 Jahre später, am 21. Juli 1969, der erste Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte.

 

Mittlerweile ist die Geschichte viel weiter fortgeschritten und verbinden wir mit dem Wort „Rakete“ alle vollkommen andere Vorstellungen. Die Zeit, in der die Raketen den Menschen lediglich Fortschritt bescherten, liegt weit hinter uns.

 

Als bildender Künstler möchte ich ein Statement abgeben, den Begriff „Rakete“ aus dem Comic-Album aufgreifen, ihn neu füllen und in einen anderen Kontext stellen. Meine Rakete steht für Wachstum, sie ist positiv und zukunftsorientiert. Für mich ist es eine Rakete ohne Land, ohne Staat, ohne Religion, ohne finale Bestimmung. Eine Rakete, deren Bedeutung viel weiter reicht, als sie es in der Comic-Geschichte des Jahres 1953 tat. Diese Rakete ist irden, ein Kunstwerk von wohlgemerkt 6 Metern Höhe. Seit Erscheinen der Comic-Geschichte sind 63 Jahre vergangen. Es ist höchste Zeit für Veränderung.

 

Um Einsichten zu gewinnen, verlangen große Dinge auch nach Übersicht. So wie die Perspektive, die ein Astronaut aus seiner Rakete hat, wenn er die Welt von oben in einer umfassenden Übersicht in den Blick nimmt. Der Blick aus einer Rakete steht für einen anderen Blickwinkel – einen Blickwinkel, der Trennung, Zusammenwirken, Verbünde oder welche Verhältnisse auch immer vollständig sichtbar werden lässt. Es ist eine Art des Schauens, die über 3D hinausgeht. Schauen, wie andere und auch man selbst im Jetzt und Raum funktionieren. Wer die Dinge aus der Rakete in den Blick nimmt, schafft für sich selbst eine Welt in 5D. Eine Welt, die aus dieser Perspektive betrachtet wird, verlangt nach einem veränderten Einsatz. Mehr Einsatz denn je zuvor.

Eine neue Attitude, die uns Menschen zum Gegenstand hat. Einen jeden von uns.

 

Diese Art-des-nach-innen-Schauens mündet in einer neuen Identität, die größer als das Wort Ich ist. Sie ist sogar größer als Du und Ich zusammen. Wer den Blick aus dieser Rakete wagt, sieht, dass Religionen kaum verbinden. Er erkennt, dass die heutigen politischen Systeme eher Zwietracht säen, denn für Verbindung zu sorgen. Diese Rakete ist das Symbol für neue Möglichkeiten unserer aktuellen Befindlichkeit. Ein Blick auf die Welt in ihrer Gänze. Die Rakete der Verbindung bietet uns die Möglichkeit einer neuen Welt für uns alle und von uns allen. Eine Welt einer anderen Politik. Eine Welt, in der sich die Demokratie zu einer Soziokratie weiterentwickeln kann. Eine Welt verblassender Religionen.

 

Auf der Suche nach dieser neuen, künftigen Welt ist dieses Kunstwerk entstanden: ”Rakete der Verbindung”. Als Statement und Beitrag, um der Menschheit bei der Erkenntnis zu helfen, wer und was wir in dieser Zeitenwende anno 2016 sind. Ein Symbol zur skulpturalen Visualisierung dessen, wo wir uns hin entwickeln können. Wir können nicht anders, als uns miteinander zu verbinden und gleichzeitig den Blick in die eigene Innerlichkeit zu wagen, in der Göttlichkeit und Teufelei eine veritable Existenz führen und erleiden.

Hereinspaziert in die Rakete der Verbindung. Auf dem Weg in eine Welt mit einer schönen Zukunft.

 

Sjaak Smetsers

Venlo im Mai 2016